Tag 409 – Sich vergleichen

Danke, dass du vorbeischaust, bei meinem Glücksprojekt. Ich befinde mich derzeit im Monat „Spiritualität“ und heute möchte ich ein Thema von Gretchen Rubin näher betrachten. In ihrem Glücksprojekt hatte sie sich vorgenommen, Katastrophen-Berichte zu lesen.

Was können wir unter Katastrophen-Berichte verstehen? Die deutsche Übersetzung ist etwas seltsam, aber generell sind damit Bücher gemeint, Geschichten über Menschen, die etwas sehr Dramatisches und Einschneidendes erfahren haben, was ihr Leben für immer veränderte. Hierunter fallen schwere Krankheiten, Unfälle, Verluste, Scheidungen, finanzieller Ruin, etc. Rubin wollte sich damit vor Augen führen, dass ihr eigenes einfaches Leben voller Glück ist und sie gesegnet ist, eben solche Erfahrung bisher nicht gemacht zu haben. Außerdem wollte sie aus dem Mut, dem Willen der Menschen lernen und sich stärken für den Fall, dass sie selber eines Tages mit einer ähnlichen Situation konfrontiert wird.

Meine Erfahrung

Ich habe noch keine dieser Katastrophen-Berichte gelesen. Nicht jetzt in diesem Monat und auch nicht mit dieser Intention. Anfang des Jahres habe ich ein Buch halb gelesen, von einer Frau, die nach einem Unfall ihr komplettes Gedächtnis verloren hat und von Laufen, über Sprechen, Schreiben und das Leben an sich, alles lernen musste. Dies ist vielleicht nicht der „klassische“ Bericht, den Gretchen Rubin meinte. Schließlich verlor diese Frau auch die Fähigkeit mit schwierigen Situationen umgehen zu können. Von daher ist es nicht dasselbe.

Warum lese ich nicht andere Lebensgeschichten? Erst einmal interessiert es mich nicht sonderlich. Ich habe selbstverständlich hohen Respekt vor jeder Person, die eine solche Katastrophe in ihrem Leben meistert. Jedoch sind es nicht Bücher, die mich faszinieren oder fesseln. Ich bin ein Mensch, der keine Nachrichten guckt. Nachrichten sind durchweg negativ und dafür da – ich weiß es gar nicht genau, aber es ist meine Ansicht – Ängste zu schüren. Ich fühle mich stets schlecht, wenn ich lese oder höre oder sehe, was in der Welt geschieht. Kann ich es von meinem Standpunkt aus ändern? Nein. Daher bringt es mir schlichtweg nichts, Nachrichten zu sehen. Sie regen mich auf, sie machen mich emotional fertig. Aus dem gleichen Grund lese ich wohl solche Katastrophen-Berichte nicht sehr gern. Es würde mich zu sehr runterziehen. Davon abgesehen passieren ehrlich gesagt in meinem Umfeld oder Bekanntenkreis genug tragische Schicksalsschläge, als dass ich das Bedürfnis hätte, auch noch darüber zu lesen.

Der Titel heute ist: „Sich vergleichen“. Was meine ich damit? Gretchen Rubin vergleicht ihr Leben, mit dem Leben der Menschen, über die sie liest. Wenn auch nur indirekt, muss man ehrlich gestehen, liest man diese Bücher, und ist zugleich dankbar, dass man selber nicht in solch einer Situation ist. Sie selber schreibt es, in ihrem Buch Happiness-Projekt. Auch wenn es pervers ist, aber diese Geschichten erhöhen den Dankbarkeitsfaktor in unserem Leben. Was etwas Gutes ist, Dankbarkeit ist so wichtig, wie ich im letzten Beitrag erläutert habe.

Generell heißt es in der Szene für persönliche Weiterentwicklung, dass man aufhören soll sich zu vergleichen. Aus dem Grund, dass Vergleich einen selbst runterziehen kann. Jeder Mensch ist unterschiedlich. Es bringt nichts zu sehen, was meine Freundin für eine tolle Karriere hinlegt, mein Bruder sich schon wieder ein neues Auto gekauft hat. Meine Nachbarin einen super Partner hat, der sogar den Müll runterbringt oder meine Arbeitskollegin immer toll aussieht, obwohl sie drei Kinder hat und ich mit einem schon verzweifle. Vergleich kann uns unglaublich runterziehen. Daher sollte man „sich vergleichen“ mit Vorsicht angehen. Es gibt jedoch auch eben diesen Vergleich, der dich zu Dankbarkeit bringt. Der Nachbar, der seit Jahren keine Arbeit findet und einsam ist. Die Arbeitskollegin, die unglücklich mit ihrer Berufswahl ist, aber trotz guter Ratschläge, einfach nichts verändert. Die Freundin, die scheinbar stets Pech mit ihren Partner hat. Und so weiter. Dies soll nicht zu Schadenfreude verleiten! Dies soll uns vor Augen führen, dass unsere eigenen Probleme vielleicht doch nicht so gravierend sind. Dass es uns viel besser geht, als wir denken (was es sowieso tut, solange wir in der 1. Welt leben, was viele Menschen in ihrem Alltag gerne vergessen).

Ich möchte heute mal mit einem Video-Link nach YouTube enden. Jay Shetty hat mich mit diesem Video sehr beeindruckt und ich gucke es mir immer wieder an, wenn ich mich verloren, überfordert oder schlecht gelaunt fühle. Es ist in Englisch. Ich hoffe, dass ist kein Problem für dich.

Also noch einmal, schön, dass du bis zum Ende gelesen hast. Auch du, könntest ein Glücksprojekt starten. Hol dir gerne hier ein paar Ideen oder schreib mir eine E-Mail, falls du Tipps für die Vorgehensweise brauchst.

2 Gedanken zu “Tag 409 – Sich vergleichen

  1. trina59 schreibt:

    Für Menschen mit geringem Selbstwertgefühl hat ein Vergleich mit anderen oft Selbstzweifel zur Folge. Da er sich selbst als „mangelhaft“ empfindet, neigt er dazu, andere als „besser“ einzustufen.. Der andere wird als hübscher/klüger/witziger usw. wahrgenommen. Wird der andere gelobt, und sei es nur für einen selbst gebackenen Kuchen, fragt sich ein unsicherer Mensch, ob er nicht auch einen Kuchen hätte backen sollen oder stellt seine eigene Fähigkeit zum Backen infrage.
    Für Menschen mit einem starken Selbstwertgefühl kann ein Vergleich sogar hilfreich sein. Ein Mensch, der um seine Stärken weiß und sich selbst annimmt und in Ordnung findet, vergleicht sich nicht unter dem Aspekt „besser/schlechter“, sondern beobachtet, wie der andere an die Dinge herangeht und wenn er etwas kann oder hat, was man selbst gern hätte, dann sieht er den anderen eher als Person, von der man etwas lernen kann und sucht den Kontakt auf Augenhöhe.
    In meiner Arbeit begegne ich im Übrigen auch vielen Menschen mit sehr schlimmen Schicksalen und das hilft mir schon, meine eigenen Wehwehchen in einer anderen Perspektive zu sehen und zu verstehen, wie gut es mir geht.

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    • Nora schreibt:

      Hallo trina59 und vielen Dank für diesen ausführlichen Einblick! Ich glaube, bei mir kommt es auf den Lebensbereich an. Manchmal hilft mir der Vergleich, weil ich ein starkes Selbstwertgefühl habe und manchmal überhaupt nicht! Du hast völlig recht uns siehst die Dinge sehr klar. Dafür danke ich dir. Schön, wenn du von anderen Menschen lernen kannst und ihre Schicksale auch für dich transformieren kannst. Liebe Grüße

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