Tag 97 – Fazit Bescheidenheit

Hallo! Schön, dass du vorbeischaust. Hier dreht sich alles um mein Glücksprojekt. Seit Juni 2018 widme ich mich jeden Monat einem Bereich meines Lebens, um darüber zu philosophieren und ihn so effizient wie möglich zu gestalten. Letzten Monat (ein neues Kapitel beginnt am 20. eines jeden Monats) ging es um das Thema „Bescheidenheit“, vor allem in Relation mit Geld. Heute möchte ich darüber schreiben, wie das so lief.

Bescheidenheit zwischenmenschlich

Es gibt Bereiche in meinem Leben, da bin ich sehr bescheiden. Und in anderen Bereichen bin ich es nicht. Ich wohne seit mehr als vier Jahren im Ausland. Hier bin ich sehr bescheiden, halte meinen Mund geschlossen und lächle nett. Ich bin mir dessen bewusst, dass viele Leute mich, nur aufgrund meiner Herkunft und meiner Hautfarbe als privilegiert und wohlhabend ansehen, auch wenn ich es gar nicht bin. Daher bin ich hier in meiner Haltung zu anderen sehr bescheiden geworden.

In Mexiko zu leben, führt mir außerdem vor Augen, dass selbst, wenn wir aus Deutscher Sicht meinen, bescheiden und sparsam zu leben, oft sehr viel mehr haben, als viele Mexikaner. Allein ein Haus mit vier festen Wänden und einem festen Dach zu haben, ein monatliches Einkommen, ganz gleich wie viel, es zählt hier die Regelmäßigkeit und Sicherheit, dass es etwas kommt, ist schon so viel mehr, als einige meiner Nachbarn haben! Sich das vor Augen zu führen und sich zu vergleichen, bewirkt automatisch bescheidendes und reflektiertes Denken in mir.

Bescheidenheit in der Familie

Wo ich beim nächsten Thema bin: Geld. Man kann nie genug Geld verdienen, die Frage ist, was man damit macht. Ich habe letztens eine Dr. House Folge gesehen, bei dem ein Patient gesagt hat, dass er mehr als 20 000 Dollar im Jahr nicht braucht. Den Rest spendet er. Das finde ich besonnen. Auch meine Lektüre über den Minimalismus, hat mich zum Denken gebracht. Was brauchen wir wirklich zum Leben? In der Basis, brauchen wir ein Heim, Essen und Kleidung als Schutz. Doch durch unsere Zivilisation hat sich diese Lebens-Grundlage geändert. Es kommt der subjektive Charakter hinzu, unsere Vorlieben und Aktivitäten. Der eine braucht den Tennisschläger, der andere das Pferd. Ein Auto ist manchmal wirklich nötig, ein Computer, die Waschmaschine, etc.

Da ich vor vier Jahren hier in Mexiko angekommen bin, mit nichts, als nur zwei Koffern, haben wir uns langsam etwas neues aufgebaut. Ich versuche, seitdem wir unser Haus gekauft haben, nicht zu viel anzuschaffen. Es nicht voll zu stellen. Das ist mir bis zu diesem Jahr wohl auch gelungen, aber, ich denke, dass es mir ganz gut tut, dieses minimalistische und bescheidene Denken noch einmal zu realisieren, um es nicht zu vergessen und auch bei meinen Kindern nicht. Mit Kindern vergisst man gerne den Minimalismus, und man beschenkt und bedenkt die Kleinen mit allem.

Meine Bescheidenheit

Soweit meine Beziehung zu anderen und mein Familienleben. Und wo bin ich persönlich nicht bescheiden? Schmuck, Kosmetik, Schreibutensilien. Das habe ich wohl schon mal angesprochen… ich bin dabei, auch das zu überdenken. Es ist eine Seite der Medaille, diese genannten Dinge schön zu finden, es ist die andere Seite, sie im Übermaß zu besitzen oder zu kaufen. Die Kosmetiksachen, die ich zurzeit hier im Haus habe, würden locker bis Weihnachten oder länger reichen; das kommt auf das Produkt darauf an und wie häufig ich es benutze. Dasselbe gilt für die Schreibuntensilien. Schmuck hat eine längere Haltbarkeit, wenn man ihn nicht verliert oder er besonders billig verarbeitet ist.

Letzte Woche habe ich meinen Schmuck sortiert und aussortiert. Das, was ich nicht benötige, wird verschenkt. Dasselbe fehlt nun noch für die Kosmetiksachen, wobei ich die Dinge, die ich nicht benötige, verkaufen werde. Wie ihr wisst, arbeite ich als Vertreterin in der Branche. Somit sind die Dinge neu und verpackt. Und es wäre Geldverschwendung, diese zu verschenken.

Bescheidenheit ist keine Begrenzung

Soweit so gut. Fazit dieses Monats? Es ist unglaublich wichtig, sich sein Leben ins rechte Licht zu rücken. Sich seine Werte vor Augen zu führen, was ist dir wirklich wichtig? Was für mich auch bedeutet, was macht dich glücklich? Was erfüllt dich? Und dein Leben darauf zu reduzieren. Ich hoffe sehr, dass viele Menschen eine Antwort darauf finden und das diese Antwort nicht, ein „neues Auto“, ein „neues Handy“, eine „neue Rolex“, etc. lautet. Ich sehe Bescheidenheit nicht als Verzicht und nicht als Begrenzung, des eigenen Glücks. Sondern als Zügelung, als Innehalten und Reflexion über unser Leben und unser Verhalten.
Am Ende sind es doch zwischenmenschliche Beziehungen, die uns am meisten erfüllen. Also lieber mal das Geld ausgeben, um mit der Freundin einen Café trinken zu gehen, um mit seinen Kumpels ein Fußballspiel zu sehen, mit der Familie einen Wochenend-Ausflug zu machen, etc. Auch wenn uns schöne Dinge manchmal locken, am Ende zählen doch die Erinnerungen, die bleiben.

Ich wünsche euch eine glückliche Zeit bis zum nächsten Mal auf meinem Glücksprojekt.

Unterschrift

3 Gedanken zu “Tag 97 – Fazit Bescheidenheit

  1. Herzkoma schreibt:

    Gute Gedanken und gute Umsetzung. Ich denke, es kommt auf den richtigen Kompromiss an: Da man nicht alles haben kann, sollte man sich entscheiden. Wer alles will, wird niemals glücklich.

    Wer als Minimalist leben möchte, der darf keine Kinder bekommen, denn die Kinder brauchen einen gewissen Standard, der ihnen auch überdies zusteht.

    Wer Schmuck liebt, der soll diesen sich auch gönnen dürfen, wenn er dafür woanders Abstriche macht. Wenn ich Millionär wäre, würd ich mir auch alles leisten, aber da ich keiner bin, muss ich mir überlegen, was meine Prioritäten sind im Leben.

    Es kommt also auch auf Besitz und Einkommen an. Ich etwa arbeite nur halbtags, um mehr Zeit zum Leben und Denken, Lesen und Schreiben zu haben. Dennoch gönne ich mir Luxus im Kleinen: Ohne Musik kann ich nicht leben, weshalb ich über eine gute und wertige Stereoanlage verfüge, wo die Verkabelung schon soviel kostet, dass ich dafür einen gebrauchten Kleinwagen bekäme. Aber dafür verzichte ich auf ein Auto, weil ich mitten in der Stadt wohne und auch keins benötige.

    Meine Klamotten kosten auch ein wenig mehr, aber dafür hab ich nicht so viele. Geh lieber mit drei paar Nike-Schuhen durchs leben, als mit 20 Billigschuhen von Lidl usw.

    Mein Glück besteht eben darin, Zeit zu haben und die Dinge zu genießen: Ein gutes Buch, eine gute CD mit guter Musik, den Waldlauf durch die freie Natur, den Himmel, die Bäche und den Fluss, das Mountainbiken, meinen Kampfsport, die Liebe.

    Ich wünsch dir und deinen Lieben alles Gute und viel Freude im Herzen, LG PP

    Gefällt 1 Person

    • Nora schreibt:

      Lieber Herzkoma alias PP,
      vielen Dank für deinen Kommentar. Ich wollte etwas darüber nachdenken, daher die arg verspätete Antwort. Ich denke, ich sehe einiges anders, als du es geschrieben hast, aber das liegt daran, dass das Glücklichsein etwas sehr Subjektives ist und reflektiert worden sein will.
      Ich will alles haben!! Ich habe auch bereits viel, von dem, was ich haben will und bin glücklich bereits glücklich! und werde oder will noch glücklicher werden – die Frage ist vielleicht: Was ist „alles“ für jeden einzelnen? Was legen wir uns vor und können wir sicher sein, dass wir am Ende mit diesen Dingen, die wir anstreben, glücklich sein werden!? Wer pures Materielles anstrebt, der wird vielleicht wirklich nicht glücklich damit.
      Du hast deinen Weg schon gefunden. Du siehst das Glück in den kleinen Dingen, obwohl die Super-Stereoanlage gar nicht so klein ist, wie du sie darstellst. Du setzt auf Qualität, was für dich spricht. Zeit ist etwas so wertvolles, was viele Menschen erst spät oder gar nicht begreifen! Ich hoffe sehr, dass viele meiner Leser den Wert deines Kommentares erkennen. Dafür möchte ich dir danken!

      Ich denke, hinsichtlich des Minimalismus ist es wieder der Ansatz. Was ist Minimalismus für jeden einzelnen? Für mich bedeutet es nicht Askese, sondern nicht verschwenderisch oder im Überfluss zu leben. Und dies möchte ich gerne meinen Kindern beibringen. Da reichen drei Autos und es muss kein neues gekauft werden. Da reichen die Buntstifte, die zuhause sind, auch wenn die im Geschäft vermeintlich so viel schöner sind. Minimalismus bedeutet für mich, sich mit weniger Kram und Dingen zu umgeben, die man überhaupt nicht oder sehr selten benutzt!! Daher können und sollten Minimalisten definitiv Kinder haben. Interessant dazu ist das Buch von Joshua Becker. Vielleicht bekommst du es eines Tages in die Hand!

      Vielen Dank also für diesen Kommentar und dir ebenfalls alles Gute!
      Nora

      Gefällt 1 Person

      • Herzkoma schreibt:

        Danke dir sehr. Früher hab ich auch Ratgeber gelesen, etwa von Wolfgang Schmidbauer: „Weniger ist manchmal mehr“ oder von Wolfhart Berg: „Runterschalten! Die neue Lebenskunst: Weniger ist garantiert mehr“ usw. usw.

        Aber ich denke, dass diese manipulativen Bücher nur dem Autor selbst helfen, weil jeder sein Glück selbst und alleine finden muss.

        Wer sich auf Ratgeberbücher und Coaches verlässt, der endet immer in einer Sackgasse. Die erste Prämisse ist immer, sich selbst zu finden: Wer bin ich wirklich, was sind meine Bedürfnisse und nicht: Wer möchte ich sein und was möchte ich erreichen.

        Wir lassen uns zu schnell von anderen indoktrinieren und landen dann in einem fremden Leben, leben fremde Werte, Ziele und Vorgaben.

        Der Kapitalismus ist auf Gewinnmaximierung ausgerichtet. Das sollten wir nicht auf unser Leben übertragen. Es gibt ja schon eine richtiggehende Glücks-Industrie. Das Glück ist zur Handelsware verkommen. Jeder will dir heute Glück verkaufen, will dich coachen, will dich einfangen. Glücksindustrie.

        Ich brauch es, auch mal unglücklich zu sein, einmal zu leiden, weil der Schmerz uns demütig macht und uns zeigt, dass wir leben.

        „Haben“ macht nicht glücklich, sondern „Sein“ und das haben die Dichter und Philosophen schon lange erkannt.

        „Die einzige Rettung vor einen Reichen wäre, wenn er seinen Reichtum verlöre.“
        Das hat einmal Hermann Hesse behauptet. Und er hat Recht, weil das Leben nur Spannung bietet, wenn es ein Hindernislauf ist.

        Aber ich kann mich natürlich irren. Doch wenn ich mir jeden Tag Champagner leisten kann, weiß ich ihn nicht mehr zu schätzen.

        Ganz lieben Gruß 🙂

        Liken

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