Tag 69 – Nützliche Dinge kaufen

Willkommen und schön, dass du mitliest! Gretchen Rubin ist mein Guru für mein Glücksprojekt. Und heute geht es weiter, ihre Worte und Gedanken, ein wenig auf meinen Monat „Bescheidenheit“ zu übertragen. Für ihren Monat „Juli“ drehte sich alles um das Thema „Geld“. Und auch ich wollte mich diesem Thema annähern.

Das schlechte Gewissen

Ich bin sehr schlecht, was Geld angeht. Ich gebe unendlich viel davon aus. Gespart habe ich bisher nie in meinem Leben. Das ist schlecht, wenn man Familie hat und das ist schlecht, wenn man einen Partner hat, der Sparen so richtig gut kann und auch tadelt, aber nicht verbietet (Das wär’s ja noch! Ts.). Aber das macht es noch schlimmer, weil das schlechte Gewissen glüht. Daher bin ich sehr gut im Verdrängen und im Gründe finden. Da bin ich echter Spitzenreiter und das weitet sich auch auf andere Bereiche meines Lebens aus.

Nützliche Dinge kaufen – ist ein Punkt auf der Liste bei Gretchen Rubin. Sie selber kauft acht weiße T-Shirts. Weil sie immer dasselbe anzieht. Weißes T-Shirt, Yoga-Hose, Sportschuhe. Daher kauft sie T-Shirts. Sie selber bezeichnet sich als „underbuyer“. Was bedeutet, dass sie jemand ist, der zu wenig kauft. Ich bin eher das Gegenteil: „overbuyer“. Ich kaufe zu viel. Dafür geht mir auch das Toilettenpapier nicht aus. Bei Kleidung bin ich ehrlich gesagt nicht so schlimm. Schlimm wird es bei Stiften. Und Make-Up und generell Kosmetikprodukten. Nützliche Dinge kaufen ist daher sehr interessant. Dinge, die man wirklich braucht. Das ist mit Absicht fett und unterstrichen, weil dieser Begriff für mich unglaublich dehnbar sein kann. Quasi bekomme ich jeden Kauf erklärt. Bin auch noch Juristin. Und Journalistin – explosive Kombination. Glaubt es mir. Hol, klingt das selten bei mir.

Ausgaben in einer Woche

Schauen wir uns das mal aus der Nähe an. Mein Monat „Bescheidenheit“ hat vor etwa einer Woche begonnen. Mein Mann ist auf Dienstreise. Ich bin Herrin über das gemeinsame Konto. Ganz ehrlich? Sehr bescheiden war ich nicht.

  • Ich habe den Kindern zwei Nachttisch-Lampen in Form eines Bären gekauft. Eine für jeden. Sonst gibt es Streit. Sie hatten noch keine Nachttisch-Lampen und mein Ältester lag mir damit seit zwei Wochen in den Ohren, weil er die gesehen hatte, als wir durch das Geschäft gegangen sind für unseren Geschenke-Tisch für die Hochzeit. Merke: Immer ohne Kinder.
  • Ich habe drei Bücher für die Kinder bestellt. Bücher sind bei mir irgendwie immer die Ausnahme. Bücher sind Wissen, sind Freude, sind sinnvolle Beschäftigung. Ich hatte mal 800. Seit meinem Umzug nach Mexiko nur noch 100. Aber hey, ich kann eh immer nur eins zur gleichen Zeit lesen – sollte ich zumindest.
  • Ich habe mir eine rote Bluse gekauft. Reduziert. Habe ich bereits in blau. Liebe diese Bluse. Musste ich kaufen. Wann habe ich das letzte Mal etwas zum Anziehen gekauft? Im Mai. Gelogen. Im Juli. Da war es eine mexikanische Bluse. Sehr süß. Und außerdem, weil Kulturwoche war und da kommen immer Händler aus dem Süden. Wo es eindeutig die „mexikanischere“ heißt kunstvollere Kleidung gibt.
  • Habe meiner Haushaltshilfe bei der Schulmaterial-Liste ihrer Tochter geholfen. Taschenrechner und weißes Papier. An der Kasse habe ich mich dann selber noch an den Gel-Stiften vergriffen. Mein schwarzer Gelstift geht aus und ich bin momentan so genervt von Kugelschreibern, weil meine eintrocknen (klimabedingt) oder schmieren.
  • Ich habe Super-Duftkerzen bestellt. Immer, wenn ich am Schreibtisch sitze, zünde ich mir eine Duftkerze an. Das macht mich glücklich und daher mache ich das öfter. Aufgrund meines Glücksprojekts, habe ich beschlossen, mehr Dinge zu machen, die mich glücklich machen. Außerdem will ich ja nun Schriftstellerin werden und daher sitze ich ziemlich oft am Schreibtisch. Ich und argumentieren. Gut, ne? Ich habe allerdings nicht eine gekauft, sondern 5. Fünf verschiedene Aromen, erstmal ausprobieren, bevor ich die richtig großen kaufe. Ist doch nur vernünftig.

Das ist alles passiert in einer Woche. Ja, wenn ich es so aufschreibe schäme ich mich. Aber eigentlich nur für die rote Bluse und den Gelstift. Alles andere ist immer noch sehr überzeugend.

Zurück zum Thema

Nützliches kaufen. Was ist denn nun nützlich? Das Wörterbuch sagt: „für einen bestimmten Zweck sehr brauchbar; Nutzen bringend.“ Aha. Also den Gelstift benutze ich seither täglich. Ist also nützlich. Und die rote Bluse bedeckt meinen weitgeformten Körper, bringt also definitiv einen Nutzen, für ich und meine Umwelt. Man muss ja nicht alles sehen. Hilft das jetzt weiter? Für mich ist vieles sehr nützlich.

Ich frage mal anders. Wann ist eine Sache unnütz? Unnütz, also unnötig (sagt das Wörterbuch) ist eine Sache, wenn sie keinerlei Sinn hat, keinerlei Nutzen oder Vorteil bringt;wenn sie überflüssig ist. Aha!!! Da kommen wir der Sache doch schon näher. Überfluss. Ich habe jede Menge schwarz-schreibende Stifte. Und anders farbene und Bleistifte – die halten schließlich ewig! Ich habe demnach einen Überfluss an Stiften. Damit war mein Gelstift-Kauf unnötig und der Stift an sich nicht nützlich. Hmm.. das macht es irgendwie traurig.

Die Bluse? unnütz.
Die Nachttische-Lampen? Unnütz – ging zwei Jahre ja auch ohne!
Die Duftkerzen? Habe noch eine – die brennt noch ne Weile. Der Kauf war nicht nützlich.
Bücher für die Kinder? Sie haben viele. Unnütz.
Das einzige nützliche war, meiner Haushaltshilfe, einer allein erziehenden Mama, bei der Schulmaterial-Liste zu helfen. Denn für ihre Tochter ist es nützlich. Sie hat keinen Taschenrechner, den die Schule fordert.

Das gibt mir zu denken. Ich hoffe, euch auch. Also, jetzt doch nochmal drei Wochen richtig drauf achten, was ich da denn genau kaufe, wozu und ob ich davon nicht schon was ähnliches zuhause habe…

Ich wünsche euch einen glücklichen und bescheidenden Tag!

Unterschrift

 

 

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